WordPress ohne Öffentlichkeit kennenlernen

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Eine WordPress-Website ist nach der Installation auf einem Online-Webspace sofort live und somit weltweit erreichbar – auch wenn man mit dem Content und der Gestaltung noch ganz am Anfang steht. Viele Einsteiger fühlen sich bei diesem Gedanken etwas unwohl. Falls Ihnen das auch so geht, ist dieser Beitrag für Sie.

Die Frage eines Lesers

Heute bekam ich eine Mail von einem Leser, der genau danach fragte:

Konkret vermisse ich Hinweise zum Vorgehen, wenn man beim Website-Entwickeln nicht gleich jede Seite öffentlich stellen will, sondern alles in Ruhe gestaltet und testet und erst wenn alles fertig ist, die Website „live“ schaltet.

Dies dürfte doch das übliche Vorgehen sein, denn man will ja nicht die ganze Welt an seinem Entwicklungsprozess teilhaben lassen.

Aus der Lesermail

Mögliche Lösungen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Problem zu lösen.

1. Auf Ihrem Rechner entwickeln mit »Local«

Garantiert sicher vor den Augen der Welt sind Sie, wenn Sie die Website lokal auf Ihrem Rechner entwickeln:

Im Einstieg in WordPress 6 wird das ab Seite 80 beschrieben. Nach Fertigstellung können Sie die Website dann mit dem Plugin WP-Migrate Lite auf den Webspace verschieben (und bei Bedarf auch wieder zurück). Das Plugin arbeitet perfekt mit Local zusammen, denn beide werden vom Webhoster WP Engine entwickelt.

2. Einfach online entwickeln

Wenn Sie lieber direkt auf dem Webspace arbeiten, spricht wirklich nichts dagegen. Die Welt weiß davon nichts, und solange Sie ihr nichts davon erzählen und keine Links zu der Website in spe posten bleibt das auch so. 

Während der Entwicklung sollten Sie die Option »Suchmaschinen davon abhalten, die Website zu indexieren« aktivieren. Dann haben Sie ziemlich sicher Ihre Ruhe beim Entwickeln. Wir machen das fast immer so.

3. Plugin für eine »Almost ready«-Seite

Falls Sie ganz sicher sein möchten, in Ruhe arbeiten zu können, gibt es Coming-Soon-Plugins, mit denen man eine Hinweisseite wie einen Vorhang vor Ihre Website legt, hinter den nur angemeldete Benutzer schauen können. Davon gibt es im Plugin-Verzeichnis so einige, aber die meisten davon sind einfach nur Overkill, aufdringlich und nervig.

Heute habe ich via Mastodon einen neuen Kandidaten gefunden, der mir wirklich gut gefällt:  

Einfach. Gut. Einfach gut.

Hope it helps, und noch viel Spaß mit WordPress! 


Beitragsfoto: Rob Laughter on Unsplash


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Kommentare

4 Kommentare zu „WordPress ohne Öffentlichkeit kennenlernen“

  1. Für Profis ist die Übertragung einer lokal erstellten Website in wenigen Minuten erledigt, aber für Einsteiger ist das (trotz hilfreicher Plugins wie dem genannten WPMigrate) immer noch recht kniffelig und fehleranfällig. Hier sollte man berücksichtigen, dass WordPress eigentlich nie dafür gemacht war, lokal entwickelt und dann umgezogen zu werden. Der unter 2 genannte Weg, direkt loszulegen, ist die übliche Praxis bei Websites im WordPress-Hosting von Automattic.

    Das genannte Plugin Maintenance ist eine gute Wahl. Wer es ganz genau nimmt, sollte aber darauf achten, die verwendeten Fonts auf „Arial, Helvetica, sans-serif“ zu setzen, weil sonst wieder Fonts eines Drittanbieters geladen werden. Die Aussage des Plugins, dass die vom Plugin verwendeten Fonts DSGVO-konform wären, weil sie nicht von Google kommen, ist leider falsch – das Gerücht, mit Bunny Fonts wäre man datenschutzkonform, hält sich leider hartnäckig.

    Eine Alternative ist das Plugin „Password Protected“ von WPExperts, mit dem sich vor die gesamte Website eine Passworteingabe schieben lässt. In den Plugin-Einstellungen kann festgelegt werden, ob Administrator und angemeldete Benutzer freien Zugang haben. Ich nutze das ganz gerne für die Abnahme einer Website durch den Kunden und bitte bei der Präsentation die Eingabe eines ganz einfachen Passworts wie „Sommer“, damit sich der Kunde die Website ganz in Ruhe anschauen kann. Bei der Verwendung des Plugins gibt es auch kein Problem mit dem Datenschutz.

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar und die Ergänzungen.

      »Password Protected« kenne ich noch nicht, werde ich mir gleich aber mal anschauen (Update: Sieht interessant aus, habe es bei dir und mir verlinkt).

      Der Leser hatte übrigens noch die Idee, die Site per .htaccess zu schützen. Bei vielen Webhostern gibt es dazu eine Option namens Verzeichnisschutz, die das etwas erleichtert. aber das habe ich hier erstmal nicht mit aufgenommen, da es doch einiges an technischem Verständnis bezüglich der Webspace-Verwaltung voraussetzt.

      1. Wenn sich der Nutzer mit dem Erstellen der Datei .htpasswd auskennt, spricht nichts gegen die Absicherung per .htaccess.

        Eine weitere, etwas kompliziertere Option ist, WordPress in einem Unterverzeichnis mit zufallsgeneriertem Namen zu installieren und dem Kunden den Link zukommen zu lassen. Ansonsten ist es eher unwahrscheinlich, dass jemand den Verzeichnisnamen spontan eingibt.
        Ist die Website fertig, muss sie dann nur noch Serverintern „umgezogen“ werden, was sich mit dem Plugin Better Search & Replace rasch erledigen lässt.

        Wie so oft bei WordPress gibt es auch hier wieder ein Dutzend Möglichkeiten und am besten ist die Methode, mit der der Anwender sich am sichersten fühlt.

        1. Haha, eine Installation in einem Unterverzeichnis mit zufallsgeneriertem Namen und dem Umzug per Better Search & Replace — da muss ich spontan an die Einblendung bei wagemutigen Tricks in Filmen denken: »Don’t try this at home.«

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